Berufliches Burnout ist eine der Zivilisationskrankheiten der modernen Gesellschaft. Sie wirkt sich sowohl auf das Funktionieren eines Unternehmens als auch auf das Privatleben eines Mitarbeiters negativ aus. Was ist berufliches Burnout und wie kann man es verhindern? Die Antwort finden Sie in diesem Artikel.

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Was ist berufliches Burnout?

Burnout-Syndrom ist ein langfristiger Prozess, dessen Hauptursache darin besteht:

●       übermäßiger Stress

●       Erschöpfung

●       zu hohe Ziele und Erwartungen an sich selbst

Dieses Phänomen wurde erstmals von einem Psychologen – Herbert Freudenberger – beschrieben, der 1974 eine Studie über Burnout am Arbeitsplatz veröffentlichte.

Bisher wurde berufliches Burnout als ein berufsbedingtes Syndrom eingestuft, das die Gesundheit der Arbeitnehmer erheblich beeinträchtigt. Im Jahr 2019 hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entschieden, berufliches Burnout in die Liste der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und Gesundheitsprobleme (ICD – International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) aufzunehmen. Aufgrund des langen Aktualisierungsprozesses wird die neue Liste leider erst am 1. Januar 2022 in Kraft treten. 

Ab dem 1. Januar 2021 wird berufliches Burnout ein Grund für Krankschreibung sein.

Was sind Symptome eines beruflichen Burnouts?

Nach der Theorie der Psychologin Christina Maslach über die drei Dimensionen des beruflichen Burnouts besteht das Phänomen aus drei Hauptelementen: emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und Erleben von Misserfolg. Wie äußern sich die verschiedenen Stadien des beruflichen Burnouts?

Die Antwort finden Sie in der nachstehenden Tabelle. 

Emotionale ErschöpfungMüdigkeit, Energielosigkeit, Entmutigung, Pessimismus, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, psychophysische Anspannung
Depersonalisierung (Dehumanisierung)Gleichgültigkeit, Distanz zu den Problemen anderer Menschen, Oberflächlichkeit, Zynismus, mangelndes Engagement in den Beziehungen zu anderen Menschen (auch zu den Kunden)
Erleben von MisserfolgUnzufriedenheit mit den Arbeitsergebnissen, Überzeugung von mangelnder Kompetenz, mangelndes Selbstvertrauen, Unfähigkeit, sich an veränderte Arbeitsbedingungen anzupassen, Konfliktbereitschaft, verbale Aggression, Gefühl des Unverständnisses seitens der Vorgesetzten und Kollegen, Fernbleiben von der Arbeit

Maslach stellt fest, dass die verschiedenen Phasen des beruflichen Burnouts meist nacheinander auftreten: 1) emotionale Erschöpfung → 2) Depersonalisierung → 3) Erleben von Misserfolg; dies ist jedoch nicht die Regel.

Ursachen des beruflichen Burnouts

Um dem Burnout von Mitarbeitern vorzubeugen, ist es wichtig, sich über die Ursachen Gedanken zu machen. Zu diesem Zweck empfehlen wir die Lektüre der Studie von Kronos Incorporated und Future Workplace The Employee Burnout Crisis.

95 % der Befragten gaben zu, dass berufliches Burnout das Funktionieren des Unternehmens erheblich beeinträchtigt. Als Hauptursachen für berufliches Burnout werden genannt:

●       unzureichende Vergütung (41 %)

●       Arbeitsüberlastung (32 %)

●       Überstunden (32%) 

●       ineffizientes Management im Unternehmen (30%)

●       keine Verbindung zwischen der Rolle des Mitarbeiters und der Strategie des Unternehmens (29 %)

●      geringe Betriebskultur (26%)

Es wird allgemein angenommen, dass Menschen, die als Lehrer, Psychologe, Arzt, Krankenschwester, Angestellter, Polizist oder Sozialarbeiter arbeiten, am meisten von Burnout bedroht sind. Der gemeinsame Nenner dieser Berufe ist der direkte Kontakt mit Menschen.

Berufliches Burnout kann jedoch jeden treffen, unabhängig von der Branche. Immer häufiger werden Symptome von Burnout beobachtet, z. B. bei Menschen, die im Auftrag von Unternehmen oder als Freiberufler aus der Ferne arbeiten. Es ist möglich, dass die Organisation des Arbeitsortes und der Arbeitszeiten sowie eine zu hohe Erwartungshaltung an sich selbst enorme Auswirkungen auf Ihre Gesundheit haben können.

Denken Sie daran, dass es sehr leicht ist, berufliches Burnout mit allgemeinem Burnout oder Depressionen zu verwechseln. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was die Ursache für Ihre Erkrankung (oder die eines geliebten Menschen) ist, sollten Sie einen Spezialisten besuchen.

Wie kann man ein berufliches Burnout verhindern?

Leider reagieren viele Arbeitgeber erst im Nachhinein auf das Burnout ihrer Mitarbeiter. Und wie wir alle wissen, ist Vorbeugen immer besser als Heilen!

In erster Linie sollten Arbeitgeber mehr über das Thema Burnout erfahren, um entsprechende Präventionsmaßnahmen in ihrem Unternehmen einzuführen. Ein wichtiger Aspekt ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung eines gesunden Lebensstils (gesunde Ernährung, Bewegung, Wohlbefinden) und die Sorge um die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer. Wir sehen, dass nach der Pandemie viele Arbeitgeber beschlossen haben, eine zusätzliche Leistung für Arbeitnehmer in Form von psychologischer Unterstützung (z. B. Zugang zu Psychotherapie) einzuführen.

Parallel dazu kann der Arbeitgeber effizientere Verfahren zur Erfassung und Verwaltung der Anwesenheit seiner Mitarbeiter einführen. Es lohnt sich auch, den Einsatz innovativer Instrumente für die Selbstplanung und Organisation der Arbeitszeit in Betracht zu ziehen, um den Arbeitnehmern mehr Freiheit zu geben.

Es wäre auch eine gute Idee, eine Person als Workforce Advisor einzustellen, die den Mitarbeitern bei der Urlaubsplanung, bei Überstunden und beim allgemeinen Zeitmanagement hilft. Das Führen von Statistiken über Burnout und die Analyse der Daten könnten ebenfalls nützlich sein.

Die Vorbeugung von Burnout ist sowohl für die Arbeitnehmer als auch für den Unternehmer von Vorteil. Ohne ein funktionierendes Team kann ein Unternehmen nicht existieren!

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