Die Schweiz hat den Ruf, ein reiches und hoch entwickeltes Land zu sein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es an Nachfrage nach Zeitarbeitskräften mangelt. Wenn Sie eine befristete Stelle in der Schweiz antreten, müssen Sie gleich nach Ihrer Ankunft ein Bankkonto eröffnen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels erfahren Sie mehr darüber wie Sie ein Bankkonto in der Schweiz eröffnen können.

Aufenthalt in der Schweiz – was soll man beachten?

Zunächst einmal müssen wir bedenken, dass die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union ist, sondern zum Schengen-Raum gehört. Dies bedeutet, dass die Einreise in dieses Land keinen zusätzlichen Formalitäten unterliegt. Ein Aufenthalt von bis zu drei Monaten ist auf der Grundlage eines Reisepasses oder Personalausweises möglich. 

Wenn Sie jedoch für mehr als 90 Tage in die Schweiz einreisen, um dort zu arbeiten, benötigen Sie eine Arbeitserlaubnis. Der Arbeitgeber beantragt die Bewilligung bei der kantonalen Behörde. Erst wenn die kantonale Behörde die Genehmigung erteilt hat, kann der Arbeitnehmer ein Arbeitsvisum beantragen. 

Arbeits-/Einreisevisum

Sobald Sie die oben genannte Genehmigung erhalten haben, müssen Sie ein Arbeitsvisum beantragen. 

Dem Antrag müssen folgende Unterlagen beigefügt werden:

  • eine Arbeitserlaubnis für die Schweiz
  • das Original und eine Kopie eines gültigen Reisepasses
  • Fotos
  • die Visumgebühr (80 EUR)

Bürger der Europäischen Union sollten keine Probleme haben, eine Arbeitserlaubnis (und später ein Visum) zu erhalten, es ist lediglich eine Formalität.
Darüber hinaus ist es erforderlich, unmittelbar nach der Ankunft (bis zu maximal 14 Tagen) eine Unterkunft zu finden und sich anzumelden.

Arbeiten in der Schweiz – Arbeitsbedingungen, Einkommen

In der Schweiz gibt es keinen festen nationalen Mindestlohn. Alles wird individuell mit dem Arbeitgeber geregelt. Die Löhne richten sich unter anderem nach Erfahrung, Position, Arbeitsort (Kanton) und Sprachkenntnissen. Was letztere betrifft, so gibt es drei Amtssprachen in dem Land: 

  • Deutsch
  • Französisch
  • Italienisch

Die große Mehrheit der Bevölkerung (etwa 70%) spricht Deutsch. Deutschkenntnisse erleichtern also die Arbeitssuche und erhöhen die Chancen auf ein besseres Gehalt.

Der durchschnittliche Stundenlohn in der Schweiz liegt zwischen 30 und 40 CHF brutto. Die monatlichen Gehälter beginnen bei 3.700 CHF brutto. Nachstehend finden Sie eine Übersicht über die monatlichen Verdienste in der Schweiz:

StelleMonatliches Einkommen
Kellner 3100 CHF 
Reinigungskraft3500 CHF 
Bauhelfer3800 CHF 
Mechaniker4400 CHF 
Klempner4900 CHF 
Elektriker4700 CHF 
Lkw-Fahrer4100 CHF 
Schweißer5600 CHF 
Maurer5500 CHF 
Betreuer/Pfleger von älteren Menschen6000 CHF 
Bauleiter6300 CHF 
Arzt13 000 CHF 
Finanzanalyst8200 CHF 

Lebenshaltungskosten in der Schweiz

Wenn eine Person dauerhaft in der Schweiz arbeitet und lebt, können die monatlichen Ausgaben wie folgt aussehen:

  • Wohnungsmiete – durchschnittlich ca. 1300-1500 CHF. Dies ist der Betrag, den Sie für eine Einzimmerwohnung oder eine kleine Zweizimmerwohnung zahlen.
  • Serafe 335 CHF pro Jahr. Es handelt sich um eine obligatorische Radio- und Fernsehgebühr. Unabhängig davon, ob es in der Wohnung einen Fernseher oder ein Radio gibt, müssen Sie die Gebühr bezahlen. 
  • Steuern – im Durchschnitt ca. CHF 850. Der Betrag kann variieren, da der Prozentsatz der Steuer in jedem Kanton unterschiedlich ist (von 4,5 % im Kanton Zug bis 16 % in Neuenburg). 
  • Krankenversicherung – ca. 330 CHF. Jeder Einwohner sollte eine Krankenversicherung haben, unabhängig davon, ob er arbeitet oder nicht.
  • Sim-Karte, Internet – für das billigste Paket (8 GB) zahlen Sie rund CHF 20. Zusätzlich müssen Sie 20 CHF für die Aktivierung der SIM-Karte bezahlen (einmalige Gebühr).  
  • Swiss Half Fare Card – 120 CHF pro Monat. Mit diesem Ticket erhalten Sie 50 % Ermäßigung auf alle öffentlichen Verkehrsmittel.

Wie eröffne ich ein Bankkonto in der Schweiz?

Bevor wir auf die Details der Einrichtung eines Schweizer Bankkontos eingehen, lohnt es sich, die Kernfrage zu beantworten, warum es sich überhaupt lohnt, ein Konto an einem ausländischen Arbeitsplatz einzurichten.

Häufig machen Arbeitnehmer denselben Fehler und verzichten auf die Eröffnung eines ausländischen Bankkontos. Das ist sehr schade! Erstens ist es für den Arbeitgeber eine große Unannehmlichkeit. Zweitens ist für internationale Überweisungen eine zusätzliche Gebühr zu entrichten und die Bearbeitungszeit beträgt etwa 2-3 Tage. Sofortige Überweisungen werden über externe Anwendungen durchgeführt, deren Dienste ebenfalls kostenpflichtig sind. 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es für den Arbeitgeber völlig unvorteilhaft ist, wenn der Arbeitnehmer nur ein ausländisches Konto hat. Außerdem kann es sein, dass Personen ohne ein lokales Konto bei den Einstellungsverfahren überhaupt nicht berücksichtigt werden. 
Denken Sie daran, dass die Eröffnung eines Kontos bei einer ausländischen Bank nur eine Formalität ist, die Ihnen den Aufenthalt im Land erleichtert und darüber hinaus alle Lohn- und Gehaltsabrechnungen am Ort der Beschäftigung vereinfacht.

Wie eröffnet man ein Konto in der Schweiz im Jahr 2022?

Das Verfahren zur Eröffnung eines Bankkontos in der Schweiz unterscheidet sich praktisch nicht von der Eröffnung eines Kontos bei einer deutschen Bank. In der Regel beginnen Sie mit der Online-Anmeldung und besuchen dann die Bank, um Ihre Angaben zu überprüfen (bei einigen Banken erfolgt die Überprüfung Ihrer Angaben auch online, aber es gibt auch Banken, bei denen Sie direkt vor Ort sein müssen). 

Das Konto wird automatisch in Schweizer Franken eröffnet, aber einige Banken bieten zusätzlich die Möglichkeit, Geld in Euro abzuheben. 

Meistens fallen im ersten Jahr keine Gebühren an, danach müssen wir mit zusätzlichen Kosten rechnen, wie zum Beispiel: 

DienstleistungGebühr
Kontoführung5-20 CHF pro Monat
Kreditkarte50-250 CHF pro Jahr
Bargeldabhebung an anderen Geldautomaten2-4 CHF einmalig
Bargeldabhebung im Ausland5-10 CHF einmalig

Bankkontos in der Schweiz – Wer kann ein Schweizer Bankkonto eröffnen?

Ein Schweizer Bankkonto kann von einem Schweizer Bürger und einer in der Schweiz ansässigen Person (d. h. einer Person mit einer Aufenthaltsgenehmigung des Typs B und C) eröffnet werden.

Wichtig! Nicht in der Schweiz ansässige Personen haben ebenfalls die Möglichkeit, ein Bankkonto in der Schweiz zu eröffnen, was jedoch mit einer hohen Einlage verbunden ist (der Betrag wird von der gewählten Bank individuell festgelegt, manchmal geht es um Hunderttausende oder sogar Millionen von Franken). Darüber hinaus können bei der Kontoführung zusätzliche Gebühren anfallen, und das Angebot an Dienstleistungen ist wiederum recht begrenzt.

Bankkontos in der Schweiz – wichtige Dokumente

Es ist unerlässlich, ein Dokument vorzulegen, das unseren rechtmäßigen Wohnsitz in der Schweiz bestätigt. Darüber hinaus müssen Sie Folgendes beifügen:

  • ein ausgefülltes Bewerbungsformular (online oder offline)
  • Ihr Arbeitsvertrag
  • Verdienstnachweis
  • Mietvertrag + Nachweis des Wohnsitzes
  • Schweizer Telefonnummer (für die Kontoaktivierung erforderlich)

Das Bankkonto wird unmittelbar nach der Überprüfung der Daten (oft innerhalb eines Tages) eröffnet. Im Gegensatz dazu beträgt die Wartezeit für eine Bankkarte etwa eine Woche. Hinzu kommt die Versandzeit an Ihre Wohnadresse. 

Hat ein Inkassounternehmen aus Deutschland Zugriff auf ein Bankkonto in der Schweiz?

Ja. Aufgrund des Abkommens zwischen der Schweiz und den EU-Ländern ist es möglich, die Bankdaten ausländischer Schuldner auszutauschen. Zumal die Schweiz in dieser Hinsicht sehr streng ist; eine eingehende Überprüfung der Kunden ist bei jeder Schweizer Bank üblich. 

Banken in der Schweiz – Liste

Nachfolgend finden Sie eine Beispielliste der beliebtesten Banken in der Schweiz. Wir empfehlen Ihnen jedoch, sich sofort nach Ihrer Ankunft mit dem Angebot der einzelnen Banken vertraut zu machen bzw. die Einwohner zu fragen, welche Bank sie empfehlen, und erst dann Ihre endgültige Entscheidung zu treffen.

Denken Sie daran, dass nicht alle Banken die Eröffnung eines Kontos für Ausländer ermöglichen. 

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